- La Stampa, 23.Juli 2001 (Auszug)
20 000 Zuschauer beim
Konzert des italienischen Tenors in London
Hyde Park umarmt Andrea
Bocelli
Von Armando Caruso
Es sollte kein Abend "alla Pavarotti" werden,
aber Andrea Bocelli hat obgleich die Herzen der Londoner
erobert, die die Arena "Route of Kings" im
Londoner Hyde Park "belagerten". Drei Zugaben,
fünf Vorhänge, nicht enden wollender Applaus: ein wahrer
Triumph für Bocelli, der gestern Abend in London vor 20 000
Zuschauern aufgetreten ist, die die Opernarien und Lieder
hören wollten, die den jungen Tenor in Europa, den
Vereinigten Staaten, Australien und Russland berühmt
gemacht haben. Andrea Bocelli erfreut sich in
Großbritannien zugeneigter Beliebtheit. Die 16 000 Karten
im Vorverkauf waren binnen weniger Tage ausverkauft, trotz
des nicht eben populären Preises von 37,50 Sterling, etwa
115,- DM. Ein seltsames Schicksal, dasjenige von Bocelli:
von den strengeren Kritikern beschuldigt kein "echter
italienischer Tenor" zu sein, und - nicht immer zu
Unrecht - nicht fähig zu sein, ein zu schweres Repertoire
für seine bloß anerkennenswerten musikalischen
Fähigkeiten zu interpretieren, geliebt und zurückgewiesen
auch in den USA, gelingt es ihm letztlich, alle großen
Schlachten in den großen Arenen zu gewinnen, die der
klassischen Musik des Gigantismus ausgeliehen werden, wie
sie gerade vom Freund-Rivalen Pavarotti erfunden wurde.
Vorausgesetzt, man kann die beiden Künstler nicht
miteinander vergleichen, und gerade Bocelli verweigert dies
in Kenntnis der gloriosen Karriere des berühmtesten Tenors
der Welt, ist es wahr, dass Bocelli sich Plattenrekorden
rühmt (in den USA und in Deutschland zum Beispiel), die
Massen mit seinem sanften und sehnsüchtigen Gesang
erreicht, Zärtlichkeit und viel Bewunderung durch seine
ruhige Art erhält, über das Leben und sein riesiges Glück
nachzudenken, mit dem er zu Gipfeln gelangt ist, die vor
wenigen Jahren noch unvorstellbar für ihn waren.
Im Hyde Park hat Bocelli zwei Stunden stärkster Gefühle
dargebracht in Begleitung des New Symphonie Orchestra unter
der Leitung von Steven Mercurio
(...)
Übersetzung: R. Bausch-Hochscheid
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